KI & Automatisierung

Custom GPT für Unternehmen: Eigene KI-Assistenten erstellen und sicher nutzen

Ein Custom GPT ist ein KI-Assistent in ChatGPT mit festen Anweisungen, eigenem Wissen aus hochgeladenen Dateien und ausgewählten Fähigkeiten. Für Unternehmen ist er ein einfacher Weg, KI auf eine konkrete Aufgabe und das eigene Wissen auszurichten. OpenAI stellt GPTs 2026 allerdings auf Plugins um.

Blaupausen-Zeichnung: Ein Chatfenster ist mit einer Wissensdatenbank, Dokumenten und einem Zahnrad verbunden
Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Custom GPT kombiniert Anweisungen, eigenes Wissen, Fähigkeiten und optional Verbindungen zu anderen Diensten.
  • Laut OpenAI können private ChatGPT-Konten keine neuen GPTs mehr erstellen. GPTs werden in Plugins überführt, die Abschaltung ist für den 11. Dezember 2026 geplant.
  • Vergleichbare Ansätze gibt es auch bei Claude (Projects) und Microsoft 365 Copilot (Agents).
  • Der dauerhafte Wert liegt nicht im Tool, sondern in klaren Anweisungen und einer gepflegten Wissensbasis. Vertrauliche Daten gehören nie in öffentliche Assistenten.

Was ist ein Custom GPT?

Ein Custom GPT ist eine angepasste Version von ChatGPT für eine bestimmte Aufgabe. Laut OpenAI besteht er aus fünf Teilen: Anweisungen, die Verhalten, Ton, Ziele und Grenzen festlegen, Gesprächsstartern mit Beispielfragen, Wissen in Form hochgeladener Dateien, ausgewählten Fähigkeiten wie Websuche oder Bilderzeugung und optional Verbindungen zu externen Diensten.

Für Unternehmen ist das Prinzip dahinter wichtiger als das einzelne Produkt: ein KI-Assistent, der eine klar umrissene Aufgabe erledigt und dabei mit deinem Wissen arbeitet statt mit allgemeinem. Genau das suchen viele, die nach „ChatGPT für Unternehmen“ oder einem „KI-Chatbot für Unternehmen“ fragen.

Was sich 2026 bei OpenAI ändert

Wer heute einen Custom GPT erstellen will, sollte den aktuellen Stand kennen. Laut OpenAI-Hilfe-Center (Stand 23.09.2026) gilt:

  • Private ChatGPT-Konten (Free, Go, Plus und Pro) können keine neuen GPTs mehr erstellen oder veröffentlichen. Bestehende GPTs lassen sich weiter nutzen.
  • In Workspaces von ChatGPT Business (früher Team), Enterprise und Edu können Nutzer GPTs erstellen, bearbeiten und teilen, soweit die Einstellungen des Workspace es erlauben.
  • OpenAI hat angekündigt, Custom GPTs in allen ChatGPT-Plänen auszumustern und in Plugins zu überführen. Die Abschaltung ist für den 11. Dezember 2026 geplant. Die Termine für das Ende der Neuerstellung unterscheiden sich je nach Plan.
  • Ein Plugin bündelt wiederverwendbare Anweisungen (Skills), Referenzdateien und verbundene Apps. Bei der Migration werden die Wissensdateien eines GPT übernommen und seine Anweisungen zu einem Skill. Eigene Aktionen, also Schnittstellen zu externen Diensten, werden nicht automatisch übertragen.

Für dich heißt das: Plane einen KI-Assistenten nicht rund um ein bestimmtes Produktformat. Plane ihn rund um Aufgabe, Anweisungen und Wissen. Diese Teile lassen sich von einem Format ins nächste mitnehmen.

Vergleichbare Angebote im Überblick

Das Prinzip „Assistent mit eigenen Anweisungen und eigenem Wissen“ gibt es bei mehreren Anbietern. Die folgende Übersicht beschreibt die Konzepte, nicht Preise oder Leistungsgrenzen, die sich häufig ändern.

AngebotWas es istWissenIm Team teilen
ChatGPT: GPTs, künftig PluginsAssistent mit Anweisungen, Fähigkeiten und verbundenen AppsHochgeladene Dateien, bei Plugins ReferenzdateienIm Workspace, nach Einstellungen der Admins
Claude: ProjectsArbeitsbereich mit eigenen Anweisungen, eigener Wissensbasis und eigenen ChatsHochgeladene Dokumente und DateienIn Team- und Enterprise-Plänen innerhalb der Organisation
Microsoft 365 Copilot: AgentsAgenten, die mit dem Agent Builder in natürlicher Sprache erstellt werdenUnter anderem SharePoint-Inhalte und Copilot-KonnektorenMit anderen in der Organisation

Welches Angebot passt, hängt vor allem davon ab, womit dein Team schon arbeitet. Wer seine Dokumente in Microsoft 365 hat, landet eher bei Copilot. Wer bereits ChatGPT oder Claude im Team nutzt, bleibt meist dort. Einen Überblick über Werkzeuge für die Wissensbasis selbst gibt der Artikel Wissensmanagement-Software.

Typische Anwendungsfälle im Unternehmen

AnwendungsfallBenötigtes WissenWorauf achten
Interner Fragen-AssistentAbläufe, Zuständigkeiten, häufige FragenNur aktuelle, freigegebene Dokumente hinterlegen
Onboarding-BegleiterEinarbeitungsinhalte, Regeln, AnsprechpartnerErsetzt keine persönliche Einarbeitung
Antwortentwürfe für KundenanfragenAngebote, Leistungsbeschreibungen, TonalitätEin Mensch prüft vor dem Versand
Texte im Ton der MarkeMarkenwerte, Zielgruppen, BeispieltexteFakten und Aussagen gegenprüfen
Schulungsinhalte vorbereitenVorhandene Unterlagen und AnleitungenFachliche Prüfung vor der Freigabe

Einen KI-Assistenten erstellen in 6 Schritten

  1. Aufgabe eng eingrenzen. Ein Assistent, eine Aufgabe. „Beantwortet Fragen neuer Mitarbeitender zu unseren Abläufen“ funktioniert besser als „hilft bei allem“.
  2. Wissen vorbereiten. Sammle die Dokumente, die der Assistent braucht. Eine Quelle pro Thema, keine alten Versionen, keine Widersprüche. Die Qualität der Antworten hängt direkt davon ab.
  3. Anweisungen schreiben. Rolle, Ziel, Ton, Grenzen. Leg auch fest, was der Assistent tun soll, wenn er etwas nicht weiß: nachfragen oder auf eine zuständige Person verweisen, statt zu raten.
  4. Mit echten Fragen testen. Nimm Fragen aus dem Alltag, auch schwierige und unklare. Prüfe, ob die Antworten stimmen und ob der Assistent seine Grenzen einhält.
  5. Gezielt teilen. Gib den Assistenten nur für die Personen frei, die ihn brauchen. Dazu gehört eine kurze Erklärung, wofür er gedacht ist und wofür nicht.
  6. Pflege festlegen. Eine Person ist dafür zuständig, das Wissen aktuell zu halten und Rückmeldungen aus dem Team einzuarbeiten.

Datenschutz und Sicherheit

Ein KI-Assistent ist nur so vertrauenswürdig wie der Umgang mit den Daten dahinter. Laut OpenAI werden Eingaben und Ausgaben aus ChatGPT Business, Enterprise und Edu standardmäßig nicht zum Training der Modelle genutzt. In privaten Konten wie Free, Plus und Pro ist die Freigabe dagegen standardmäßig aktiv und lässt sich in den Datenkontrollen abschalten. Anthropic nutzt Eingaben und Ausgaben aus seinen kommerziellen Angeboten nach eigener Aussage standardmäßig ebenfalls nicht zum Training.

  • Nutze für Unternehmensdaten die Business-Varianten der Werkzeuge, keine privaten Konten.
  • Lade keine vertraulichen Daten in öffentliche GPTs oder Assistenten, die du nicht selbst kontrollierst. Geh davon aus, dass alles, was im Wissen eines geteilten Assistenten liegt, für seine Nutzer sichtbar werden kann.
  • Kläre bei personenbezogenen Daten vorab die Rechtsgrundlage und den Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit dem Anbieter. Bezieh die Person ein, die bei euch für den Datenschutz zuständig ist.
  • Halte in einer kurzen Regel fest, welche Daten in welchen Assistenten dürfen.

Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.

Praxisbeispiel: Eigenes Second Brain

Für meine eigene Marke arbeite ich mit einem Second Brain: Markenidentität, Angebote, Zielgruppen, Wettbewerb, Markt und Erkenntnisse liegen in einer festen Struktur, eine Quelle pro Thema. KI-Assistenten lesen diese Dateien, bevor sie Texte, Analysen oder Entwürfe erstellen. Weil das Wissen in einfachen, gut lesbaren Dateien liegt, hängt es an keinem bestimmten Werkzeug. Genau das zahlt sich aus, wenn ein Anbieter sein Produktformat ändert.

Wann ein einzelner Assistent nicht reicht

Ein Custom GPT oder ein vergleichbarer Assistent ist ein guter Einstieg. Er stößt an Grenzen, wenn Wissen an vielen Stellen verteilt ist, wenn mehrere Assistenten dieselben Informationen brauchen oder wenn Abläufe zwischen verschiedenen Tools automatisch laufen sollen. Dann lohnt sich der Blick auf das größere Bild: eine gemeinsame Wissensbasis, mehrere Assistenten für konkrete Aufgaben und Automatisierungen dazwischen. Wie du dabei vorgehst, beschreibt der Leitfaden KI im Unternehmen einführen.

Fazit

Ein Custom GPT ist ein einfacher Weg, KI auf eine konkrete Aufgabe und dein eigenes Wissen auszurichten. Das Produktformat ändert sich gerade: OpenAI überführt GPTs in Plugins, andere Anbieter haben eigene Varianten. Was bleibt, sind eine klar eingegrenzte Aufgabe, gute Anweisungen und eine gepflegte Wissensbasis. Wie du diese Wissensbasis so aufbaust, dass Team und KI-Assistenten gleichermaßen darauf zugreifen, liest du im Artikel Second Brain für Unternehmen.

Häufige Fragen

Was ist ein Custom GPT?

Ein Custom GPT ist eine angepasste Version von ChatGPT mit eigenen Anweisungen, hochgeladenen Wissensdateien, ausgewählten Fähigkeiten wie Websuche und optional Verbindungen zu externen Diensten. Er wird für eine bestimmte Aufgabe eingerichtet und kann im Team geteilt werden.

Kann ich 2026 noch einen Custom GPT erstellen?

Laut OpenAI-Hilfe-Center können private Konten (Free, Go, Plus, Pro) keine neuen GPTs mehr erstellen. In Business-, Enterprise- und Edu-Workspaces hängt es von den Einstellungen ab. OpenAI hat angekündigt, Custom GPTs in allen Plänen auszumustern und in Plugins zu überführen. Prüfe den aktuellen Stand im Hilfe-Center, bevor du neu startest.

Was passiert mit bestehenden GPTs?

Bestehende GPTs bleiben laut OpenAI bis zur geplanten Abschaltung am 11. Dezember 2026 nutzbar. Über eine Migrationsfunktion werden Anweisungen und Wissensdateien in ein Plugin übernommen. Eigene Aktionen, also Schnittstellen zu externen Diensten, werden nicht automatisch übertragen.

Werden meine Daten in ChatGPT für das Training genutzt?

Bei ChatGPT Business, Enterprise und Edu nutzt OpenAI Eingaben und Ausgaben laut eigener Aussage standardmäßig nicht zum Training. In privaten Konten ist die Freigabe standardmäßig aktiv und lässt sich in den Datenkontrollen abschalten. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.

Welche Alternativen zu Custom GPTs gibt es?

Vergleichbar sind Projects in Claude mit eigenem Wissen und eigenen Anweisungen sowie Agents in Microsoft 365 Copilot, die zum Beispiel auf SharePoint-Inhalte zugreifen. Bei OpenAI selbst übernehmen Plugins die Rolle der GPTs.

Fabian Habich
Fabian Habich

Maschinenbauingenieur mit Master in Kunststofftechnik und MBA, sieben Jahre Team- und Abteilungsleitung in der Industrie. Seit 2019 baut er digitale Vertriebs-, Schulungs- und KI-Systeme. Mehr über Fabian

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt.

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