
- KI-Readiness heißt: Ein Unternehmen hat die Voraussetzungen, um KI an echten Abläufen einzusetzen, nicht nur zu testen.
- Fünf Bereiche zählen: Anwendungsfälle, Wissen und Daten, Prozesse, Menschen sowie Regeln und Verantwortung.
- Kostenfreie Checks gibt es zum Beispiel vom Mittelstand-Digital Zentrum Kaiserslautern, laut Update vom März 2025 mit 40 Fragen zu Technologie, Organisation, Umwelt und Menschen.
- Der Check ist kein Selbstzweck. Er endet mit einem konkreten ersten Anwendungsfall und einer Lücke, die du zuerst schließt.
Was ist KI-Readiness?
KI-Readiness beschreibt, wie gut dein Unternehmen darauf vorbereitet ist, künstliche Intelligenz an echten Abläufen einzusetzen. Die Frage dahinter ist nicht: Können wir ChatGPT bedienen? Sondern: Haben wir die Voraussetzungen, damit KI dauerhaft Zeit spart, statt nach ein paar Wochen wieder in der Schublade zu landen?
Ein KI-Readiness-Check beantwortet diese Frage strukturiert. Er zeigt dir, in welchen Bereichen du gut aufgestellt bist, wo Lücken sind und welche davon deinen ersten Anwendungsfall blockieren. Andere Begriffe dafür sind KI-Reifegrad, KI-Reifegradanalyse oder KI-Potenzialanalyse.
Direkt zum Selbstcheck mit Rechner und Ampel
Warum sich ein Check vor dem ersten KI-Projekt lohnt
Viele KI-Vorhaben scheitern nicht am Werkzeug, sondern an fehlenden Grundlagen. Typische Beispiele:
- Die KI soll Kundenanfragen beantworten, aber die Antworten stehen nirgends geschrieben, sie sind nur im Kopf von zwei Mitarbeitenden.
- Ein Ablauf soll automatisiert werden, aber jede Person macht ihn anders.
- Das Team nutzt KI längst privat, aber es gibt weder freigegebene Werkzeuge noch Regeln. Laut Bitkom hatten 2025 erst 23 Prozent der befragten Unternehmen Regeln für den KI-Einsatz aufgestellt.
Ein Readiness-Check macht solche Lücken sichtbar, bevor Geld in ein Projekt fließt.
Die 5 Bereiche der KI-Readiness
| Bereich | Worum es geht | Typische Lücke |
|---|---|---|
| 1. Anwendungsfälle | Gibt es konkrete Aufgaben, bei denen KI messbar hilft? | Viele Ideen, keine Priorität |
| 2. Wissen und Daten | Liegen Wissen, Vorlagen und Daten digital und auffindbar vor? | Wissen in Postfächern und Köpfen |
| 3. Prozesse | Sind die betroffenen Abläufe beschrieben und einheitlich? | Jede Person arbeitet anders |
| 4. Menschen | Kann das Team mit KI umgehen, und will es das? | Wenige Vorreiter, viele Unsichere |
| 5. Regeln und Verantwortung | Gibt es freigegebene Werkzeuge, Regeln und eine verantwortliche Person? | Private Konten, keine Ansprechperson |
Öffentliche Checks setzen ähnliche Schwerpunkte. Der kostenfreie KI-Readiness-Check des Mittelstand-Digital Zentrums Kaiserslautern fragt zum Beispiel mit 40 Fragen die Bereiche Technologie, Organisation, Umwelt und Menschen ab und erlaubt einen Vergleich mit Unternehmen ähnlicher Größe und Branche.
Der Selbstcheck: 20 Fragen in 15 Minuten
Beantworte jede Aussage mit Ja (2 Punkte), Teilweise (1 Punkt) oder Nein (0 Punkte). Der Rechner zählt die Punkte je Bereich, zeigt dir die Ampel und passende nächste Schritte. Dein Ergebnis kannst du drucken oder als PDF speichern. Deine Antworten bleiben in deinem Browser, nichts wird gesendet oder gespeichert.
1. Anwendungsfälle
- Wir haben mindestens drei wiederkehrende Aufgaben benannt, die viel Zeit kosten und mit Text, Wissen oder Daten zu tun haben.
- Wir wissen ungefähr, wie viele Stunden pro Woche diese Aufgaben binden.
- Wir haben die Aufgaben nach Nutzen und Umsetzbarkeit priorisiert.
- Für den wichtigsten Anwendungsfall gibt es ein messbares Ziel, zum Beispiel Bearbeitungszeit oder Antwortzeit.
2. Wissen und Daten
- Häufige Fragen von Kunden und Mitarbeitenden sind schriftlich beantwortet.
- Vorlagen, Angebote und Anleitungen liegen an einem gemeinsamen Ort, nicht in einzelnen Postfächern.
- Wir wissen, welche Daten personenbezogen oder vertraulich sind.
- Die Informationen, die der wichtigste Anwendungsfall braucht, sind digital vorhanden und aktuell.
3. Prozesse
- Der Ablauf hinter dem wichtigsten Anwendungsfall ist Schritt für Schritt beschrieben.
- Alle Beteiligten führen ihn im Wesentlichen gleich aus.
- Es ist klar, an welcher Stelle ein Mensch prüft oder entscheidet.
- Die beteiligten Programme lassen sich verbinden oder exportieren Daten in einem gängigen Format.
4. Menschen
- Die Geschäftsführung steht sichtbar hinter dem Thema und gibt Zeit dafür frei.
- Es gibt mindestens eine Person, die KI regelmäßig nutzt und anderen helfen kann.
- Das Team hat eine Grundschulung zu Möglichkeiten, Grenzen und Regeln erhalten.
- Mitarbeitende können offen sagen, wo und wie sie KI schon nutzen.
5. Regeln und Verantwortung
- Es gibt mindestens ein freigegebenes KI-Werkzeug mit geschäftlichem Zugang.
- Es gibt schriftliche Regeln, welche Daten hineindürfen und wer Ergebnisse prüft.
- Eine Person ist für das Thema KI verantwortlich.
- Die Datenschutzverantwortung ist eingebunden, bei Bedarf auch der Betriebsrat.
So wertest du den Check aus
Je Bereich sind maximal 8 Punkte möglich. Die Ampel zeigt, wo du ansetzt:
| Punkte je Bereich | Ampel | Bedeutung |
|---|---|---|
| 0 bis 3 | Rot | Grundlage fehlt. Diese Lücke zuerst schließen, wenn sie den wichtigsten Anwendungsfall betrifft. |
| 4 bis 6 | Gelb | Ansätze vorhanden. Für einen Pilot meist ausreichend, parallel nachschärfen. |
| 7 bis 8 | Grün | Gut aufgestellt. Hier kannst du direkt aufbauen. |
Die Ampel ist eine Orientierung, kein Zeugnis. Ein rotes Feld ist kein Grund, auf KI zu verzichten. Es zeigt dir nur, was vor oder während des ersten Projekts erledigt werden muss.
Ein Beispiel: Ein Dienstleister mit 20 Mitarbeitenden kommt bei Anwendungsfällen auf 6 Punkte, bei Wissen und Daten auf 2, bei Regeln auf 1. Der wichtigste Anwendungsfall ist ein KI-Assistent für Kundenfragen. Hier blockiert die rote Ampel bei Wissen und Daten: Ohne schriftliche Antworten kann auch die beste KI nichts Verlässliches liefern. Der erste Schritt ist also, die häufigsten Antworten zu sammeln, wie im Artikel Wissensmanagement im Unternehmen beschrieben. Parallel entsteht eine einfache KI-Richtlinie.
Typische Ergebnisse und der passende nächste Schritt
- Anwendungsfälle rot: Ein Potenzial-Workshop, in dem ihr Aufgaben sammelt und priorisiert. Wie der abläuft, steht im Artikel KI-Workshop für Unternehmen.
- Wissen und Daten rot: Zuerst eine Wissensbasis für den gewählten Anwendungsfall aufbauen.
- Prozesse rot: Den Ablauf beschreiben und vereinheitlichen, siehe Prozessdokumentation.
- Menschen rot: Eine kurze, praxisnahe Schulung, siehe KI-Kompetenz schulen.
- Regeln rot: Ein Werkzeug freigeben und Regeln auf einer Seite festhalten. Hintergrund dazu im Artikel Schatten-KI.
- Überall gelb oder grün: Einen Pilot mit einem Anwendungsfall, einem kleinen Team und einem messbaren Ziel starten.
Typische Fehler beim KI-Readiness-Check
- Nur eine Person antwortet. Die Geschäftsführung sieht oft andere Dinge als das Team. Lass zwei oder drei Personen getrennt antworten.
- Alles auf einmal verbessern wollen. Entscheidend sind die Lücken, die den ersten Anwendungsfall blockieren. Der Rest kommt später.
- Technik überbewerten. Moderne Software und Cloud-Dienste helfen, ersetzen aber keine beschriebenen Abläufe und keine Regeln.
- Check ohne Folge. Ein Ergebnis ohne Entscheidung für einen nächsten Schritt bringt nichts. Leg direkt einen Termin fest.
Fazit
Ein KI-Readiness-Check zeigt in kurzer Zeit, wo dein Unternehmen beim Thema KI steht. Fünf Bereiche zählen: Anwendungsfälle, Wissen und Daten, Prozesse, Menschen sowie Regeln und Verantwortung. Mit 20 Fragen und einer einfachen Ampel erkennst du, welche Lücke deinen ersten Anwendungsfall blockiert. Kostenfreie Checks wie der des Mittelstand-Digital Zentrums Kaiserslautern ergänzen den Blick mit einem Vergleich. Das Ziel bleibt dasselbe: ein konkreter erster Anwendungsfall und ein klarer nächster Schritt. Wie KI danach im Alltag deines Teams ankommt, beschreibt der Artikel KI im Arbeitsalltag.
Häufige Fragen
Was ist KI-Readiness?
KI-Readiness ist die Bereitschaft eines Unternehmens, künstliche Intelligenz sinnvoll einzusetzen. Dazu gehören konkrete Anwendungsfälle, zugängliche Daten und dokumentiertes Wissen, beschriebene Abläufe, ein Team, das mit KI umgehen kann, sowie Regeln und klare Zuständigkeiten. Je nach Quelle wird auch von KI-Reife oder KI-Reifegrad gesprochen.
Gibt es einen kostenlosen KI-Readiness-Check?
Ja. Das Mittelstand-Digital Zentrum Kaiserslautern bietet zum Beispiel einen kostenfreien KI-Readiness-Check mit 40 Fragen in den Bereichen Technologie, Organisation, Umwelt und Menschen an, inklusive Vergleich mit Unternehmen ähnlicher Größe und Branche. Auch andere Mittelstand-Digital Zentren und IHKs bieten Selbstchecks an. Die 20 Fragen in diesem Artikel eignen sich als schneller Einstieg.
Wie lange dauert ein KI-Readiness-Check?
Die 20 Fragen in diesem Artikel beantwortest du in etwa 15 Minuten. Aussagekräftiger wird das Ergebnis, wenn zwei oder drei Personen aus verschiedenen Bereichen getrennt antworten und ihr die Antworten danach vergleicht. Unterschiede zeigen oft, wo ein gemeinsames Bild fehlt.
Muss mein Unternehmen erst komplett digitalisiert sein, bevor KI sinnvoll ist?
Nein. Für den ersten Anwendungsfall reicht es, wenn genau dieser Ablauf digital und beschrieben ist. Viele Unternehmen starten mit Texten, E-Mails oder internem Wissen, weil dort oft schon alles digital vorliegt. Die übrigen Lücken schließt du Schritt für Schritt.
Was mache ich mit dem Ergebnis des Checks?
Wähle den Bereich mit dem schwächsten Ergebnis, der deinen wichtigsten Anwendungsfall blockiert, und schließe diese Lücke zuerst. Steht die Ampel überall auf Gelb oder Grün, kannst du direkt einen kleinen Pilot planen. Hilfreich ist dafür ein Workshop, in dem ihr Anwendungsfälle priorisiert.
Quellen
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt.
Consulting
Fabian Habich

