
- 2025 blieben im Handwerk rechnerisch knapp 100.000 offene Stellen unbesetzt, fast jede zweite. 59 von 115 Handwerksberufen hatten laut KOFA Engpässe.
- Gute Fachkräfte prüfen den Betrieb, bevor sie sich bewerben: Website, Google-Profil, Bewertungen, Bilder von echten Aufträgen.
- Eine Karriereseite bündelt das: was dich als Arbeitgeber ausmacht, offene Stellen mit klaren Angaben und eine Bewerbung in wenigen Minuten, auch vom Handy.
- Stellen auf der eigenen Seite kann Google in der Jobsuche zeigen, wenn sie mit strukturierten Daten ausgezeichnet sind. Abgelaufene Stellen müssen raus.
- Stellenanzeigen auf Facebook und Instagram laufen in Europa in einer Sonderkategorie mit eingeschränkter Zielgruppenwahl: kein Alter, kein Geschlecht, Umkreis mindestens 15 km.
Wie groß die Lücke im Handwerk wirklich ist
Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) beim Institut der deutschen Wirtschaft hat im Juni 2026 die Zahlen für 2025 ausgewertet. Das Ergebnis ist eindeutig:
- Auf knapp 210.000 offene Stellen in Handwerksberufen kamen nur etwa 140.000 arbeitslose Handwerkerinnen und Handwerker, die eine Stelle suchten.
- Rechnerisch blieben knapp 100.000 Stellen unbesetzt, fast jede zweite, weil es bundesweit niemanden mit passendem Beruf gab, der suchte.
- 59 von 115 Handwerksberufen hatten Engpässe, in 35 davon besteht der Mangel seit mindestens zehn Jahren.
- Die Lücke sank 2025 im Handwerk nur um 9,5%, über alle Berufe hinweg dagegen um 24,1%. Besonders betroffen sind Bau-, Gesundheits- und Lebensmittelhandwerk.
Für dich als Betrieb heißt das: Die meisten Fachkräfte, die du suchst, sind nicht arbeitslos. Sie arbeiten schon, bei einem anderen Betrieb. Wer Mitarbeiter finden will, muss also Menschen erreichen, die gerade gar nicht aktiv suchen. Und du musst sie davon überzeugen, dass sich ein Wechsel lohnt.
Warum die nächste Stellenanzeige allein selten reicht
Eine Anzeige in einer Jobbörse erreicht vor allem Menschen, die gerade aktiv suchen. Das ist im Handwerk eine kleine Gruppe, um die viele Betriebe gleichzeitig werben. Dazu kommt: Die meisten Anzeigen sehen gleich aus. „Wir suchen zur Verstärkung unseres Teams“, „leistungsgerechte Bezahlung“, „angenehmes Betriebsklima“. Daraus erfährt niemand, warum er gerade zu dir wechseln sollte.
Wer sich trotzdem interessiert, macht als Nächstes fast immer dasselbe: Er sucht deinen Betrieb im Netz. Und dort entscheidet sich, ob er sich meldet.
Was Bewerber prüfen, bevor sie sich melden
Ein Geselle, der über einen Wechsel nachdenkt, will vor allem wissen, ob es bei dir besser wird als dort, wo er gerade ist. Diese Fragen beantwortet er sich mit wenigen Klicks, oder eben nicht:
| Frage des Bewerbers | Wo er nachschaut | Was ihm hilft |
|---|---|---|
| Gibt es den Betrieb wirklich, wirkt er solide? | Website, Google-Profil | Aktuelle Seite, echte Fotos, Adresse, Ansprechpartner |
| Was verdiene ich? | Anzeige, Karriereseite | Eine Lohnspanne statt „leistungsgerecht“ |
| Wie sieht mein Alltag aus? | Karriereseite, Social Media | Arbeitszeiten, Einsatzgebiet, Fahrzeug, Werkzeug, Bilder von Baustellen |
| Wer sind die Kollegen und der Chef? | Karriereseite, Social Media | Gesichter, kurze Zitate aus dem Team, ein Satz vom Inhaber |
| Wie gehen die mit Leuten um? | Bewertungen, Bekannte | Ehrliche Einblicke, Empfehlungen aus dem Team |
| Wie aufwendig ist die Bewerbung? | Karriereseite | Ein kurzes Formular oder ein Anruf, kein Anschreiben nötig |
Fast alle Antworten kann eine einzige Seite geben: deine Karriereseite. Fehlt sie, sucht der Bewerber die Antworten woanders oder gar nicht.
Was ist eine Karriereseite?
Eine Karriereseite ist der Teil deiner Website, der sich an Bewerberinnen und Bewerber richtet. Sie zeigt, wie es ist, bei dir zu arbeiten, listet die offenen Stellen und bietet einen einfachen Weg zur Bewerbung.
Der Unterschied zur Anzeige: Die Karriereseite gehört dir. Sie bleibt online, wenn die Anzeige ausläuft, sie kann bei Google gefunden werden und sie ist das Ziel, auf das alle anderen Wege verlinken: Jobbörse, Social Media, Fahrzeugbeschriftung, Bauzaunbanner, Empfehlungen aus dem Team. Für kleine Betriebe reicht oft eine einzige gut gemachte Seite. Wie die übrige Website eines Handwerksbetriebs aufgebaut sein sollte, steht im Artikel Website für Handwerker.
So baust du eine Karriereseite, die Bewerbungen bringt
- 1Klare ÜberschriftWen du suchst und was du bietest, in einem Satz: „Elektroniker (m/w/d) im Odenwald: feste Baustellen, Feierabend um 16 Uhr“.
- 2Echte EinblickeFotos vom Team und von Aufträgen, zwei, drei Sätze von Mitarbeitenden, ein kurzer Satz vom Inhaber. Gern ein Handyvideo, keine Hochglanzbilder aus der Datenbank.
- 3Was du konkret bietestLohnspanne, Arbeitszeiten, Einsatzgebiet, Fahrzeug, Werkzeug, Weiterbildung, Urlaub. Fakten statt „attraktive Vergütung“.
- 4Offene StellenJede Stelle mit eigener Seite: Aufgaben, Anforderungen, Ort, Beginn. So kann Google sie in der Jobsuche zeigen.
- 5KurzbewerbungName, Telefonnummer, Beruf, frühester Start, fertig. Läuft auf dem Handy in zwei Minuten, Lebenslauf freiwillig.
- 6Schnelle RückmeldungSofortige Eingangsbestätigung, Anruf innerhalb weniger Tage, Termin zum Kennenlernen. Wer zu lange wartet, unterschreibt woanders.
Schritt 1 bis 3 überzeugen, Schritt 4 bis 6 machen die Bewerbung leicht. Fehlt einer der beiden Teile, kommen weniger Bewerbungen an.
Zwei Punkte bringen in der Praxis besonders viel:
- Lohn nennen: Eine ehrliche Spanne beantwortet die wichtigste Frage sofort. Wer sie verschweigt, verliert gerade die Leute, die schon gut verdienen und genau rechnen.
- Kein Anschreiben verlangen: Ein Geselle, der abends nach der Baustelle auf dem Sofa sitzt, schreibt kein zweiseitiges Anschreiben. Er füllt aber ein kurzes Formular aus oder ruft an.
Karriereseite als Teil des Vertriebsstandorts
Für Martin Weber, einen Meisterbetrieb für Heizung, Sanitär und Solar in Michelstadt, gegründet 1969, habe ich einen Vertriebsstandort aufgebaut, der auf Hausbesitzer im Odenwald ausgerichtet ist. Zur Website gehört von Anfang an eine Karriereseite für die Mitarbeitersuche. Kunden und Bewerber finden denselben Betrieb mit echten Projektfotos, Referenzen und Ratgeberartikeln. Das macht den Betrieb für beide greifbar. Der ganze Fall steht unter Praxisbeispiele.
Von Google in der Jobsuche gefunden werden
Google zeigt bei Suchen wie „Elektriker Job Darmstadt“ einen eigenen Bereich mit Stellenangeboten. Deine Stellen können dort erscheinen, wenn sie auf deiner Seite mit strukturierten Daten vom Typ JobPosting ausgezeichnet sind. Deutschland gehört laut Google zu den Ländern, in denen diese Jobsuche verfügbar ist. Wichtig dabei:
- Jede Stelle bekommt eine eigene Seite, die Auszeichnung steht auf genau dieser Seite und beschreibt nur, was dort auch sichtbar steht.
- Pflichtangaben sind unter anderem Jobtitel, Beschreibung, Datum der Veröffentlichung, Arbeitgeber und Arbeitsort.
- Abgelaufene Stellen sind nicht zulässig. Ist eine Stelle besetzt, nimmst du die Seite heraus oder setzt das Ablaufdatum in die Vergangenheit.
Dazu kommt dein Google Unternehmensprofil: Wer deinen Betrieb nach einer Anzeige sucht, sieht es zuerst. Aktuelle Fotos, Bewertungen und ein Link zur Karriereseite zahlen sich hier doppelt aus, für Kunden und für Bewerber. Wie du das Profil pflegst, steht im Artikel Google Unternehmensprofil optimieren.
Social Recruiting: Fachkräfte erreichen, die nicht suchen
Die meisten wechselwilligen Fachkräfte schauen nicht täglich in Jobbörsen, aber in soziale Netzwerke. Mit Anzeigen auf Facebook und Instagram erreichst du sie in deiner Region, auch wenn sie gerade nicht aktiv suchen. Dafür gelten eigene Regeln:
- Wer Stellenanzeigen schaltet, die Europa erreichen, muss sie laut Meta in der Sonderkategorie Beschäftigung anmelden.
- In dieser Kategorie lassen sich Alter und Geschlecht nicht auswählen, die Altersspanne ist in der Regel auf 18 bis 65+ festgelegt.
- Der Umkreis um einen Ort muss in Europa mindestens 15 Kilometer betragen, Orte ausschließen geht nicht.
Deshalb entscheidet die Anzeige selbst, wer sich angesprochen fühlt: ein echtes Foto aus dem Betrieb, eine klare Aussage wie „Feierabend um 16 Uhr, keine Wochenendarbeit“ und ein Link auf die Karriereseite. Mehr zu Anzeigen auf diesen Plattformen steht im Artikel Meta Ads.
Empfehlungen aus dem eigenen Team
Der beste Kanal kostet oft am wenigsten: Deine Mitarbeitenden kennen andere Fachkräfte aus Berufsschule, Verein und früheren Betrieben. Damit sie dich empfehlen, brauchen sie zwei Dinge: einen Grund und etwas, das sie weiterleiten können. Eine Prämie für erfolgreiche Empfehlungen ist der Grund, die Karriereseite ist der Link, den sie per WhatsApp verschicken. Wie Empfehlungen systematisch funktionieren, beschreibt der Artikel Empfehlungsmarketing.
Was rechtlich in die Stellenanzeige gehört
Nach § 11 AGG darf eine Stelle nicht so ausgeschrieben werden, dass sie wegen eines der Merkmale aus § 1 AGG benachteiligt. Dazu gehören unter anderem Geschlecht, Alter, ethnische Herkunft, Religion und Behinderung. In der Praxis heißt das:
- Die Berufsbezeichnung mit dem Zusatz (m/w/d) oder in neutraler Form schreiben.
- Formulierungen vermeiden, die ein Alter nahelegen, etwa „junges, dynamisches Team“ oder „Berufseinsteiger bis 30“.
- Anforderungen nennen, die für die Arbeit wirklich nötig sind, etwa einen Führerschein der Klasse B für Baustellenfahrten.
Diese Hinweise sind keine Rechtsberatung. Im Zweifel helfen Handwerkskammer oder Fachanwalt.
Beispielrechnung: Bewerbungen schneller bearbeiten
Ein Betrieb mit 15 Mitarbeitenden bekommt über ein Jahr 40 Bewerbungen. Bisher kommen sie per Mail, Telefon oder Zettel. Für jede braucht der Inhaber im Schnitt 45 Minuten: Unterlagen suchen, zurückrufen, Rückfragen klären, Termin abstimmen. Das sind 30 Stunden im Jahr. Nach der Umstellung kommen die Bewerbungen über die Kurzbewerbung auf der Karriereseite, mit den wichtigsten Angaben auf einen Blick. Jede bekommt sofort eine Bestätigung, Termine bucht der Bewerber selbst. Pro Bewerbung bleiben rund 15 Minuten für das Gespräch am Telefon.
Ersparnis: 20 Stunden pro Jahr, rund 67%
Beispielwerte zur Veranschaulichung, keine Ergebnisgarantie. Wichtiger als die gesparte Zeit ist das Tempo: Wer sich am Montag bewirbt und am Dienstag einen Termin hat, ist nicht mehr bei der Konkurrenz im Gespräch.
Typische Fehler bei der Mitarbeitersuche
- Nur Anzeigen schalten: Die Anzeige läuft aus, das Interesse verpufft. Ohne eigene Karriereseite fängst du jedes Mal von vorn an.
- Leere Floskeln: „Leistungsgerechte Bezahlung“ und „tolles Team“ stehen überall. Konkrete Angaben und echte Bilder heben dich ab.
- Komplizierte Bewerbung: Anschreiben, Lebenslauf als PDF, Zeugnisse: Für Fachkräfte vom Handy aus eine hohe Hürde.
- Langsame Antwort: Wer erst nach zwei Wochen zurückruft, erreicht oft niemanden mehr, der noch wechseln will.
- Die Neuen nicht halten: Eine gute Einstellung ist verloren, wenn die Einarbeitung nicht klappt. Wie du das vermeidest, steht in den Artikeln Einarbeitungsplan erstellen und Fluktuation senken.
Fazit
Mitarbeiter finden im Handwerk ist schwer, weil fast jede zweite Stelle rechnerisch nicht besetzt werden kann. Umso wichtiger ist, dass die Fachkräfte, die über einen Wechsel nachdenken, bei dir finden, was sie suchen: einen Betrieb, der echt wirkt, klare Angaben zu Lohn und Alltag und eine Bewerbung in zwei Minuten. Die Karriereseite ist dafür der feste Ort, auf den Anzeigen, Google, Social Media und Empfehlungen zeigen. Wie ich so eine Seite als Teil deiner Website aufbaue, steht auf der Seite Digitaler Vertriebsstandort.
Häufige Fragen
Wie finde ich Mitarbeiter im Handwerk?
Am besten über mehrere Wege, die auf eine Stelle zulaufen: eine Karriereseite auf deiner Website mit klaren Angaben zu Aufgaben, Arbeitszeiten und Lohn, Stellenanzeigen in Jobbörsen, die auf diese Seite verlinken, Empfehlungen aus dem eigenen Team und gezielte Anzeigen in sozialen Netzwerken in deiner Region. Wichtig ist, dass Bewerber den Betrieb vorher kennenlernen können und sich in wenigen Minuten bewerben können.
Was ist mit Karriereseite gemeint?
Eine Karriereseite ist der Bereich deiner Website, der sich an Bewerberinnen und Bewerber richtet. Sie zeigt, wie es ist, bei dir zu arbeiten, listet die offenen Stellen auf und bietet einen einfachen Weg zur Bewerbung. Anders als eine Anzeige in einer Jobbörse gehört sie dir, bleibt dauerhaft online und kann bei Google gefunden werden.
Brauche ich als kleiner Betrieb eine eigene Karriereseite?
Eine einzelne, gut gemachte Seite reicht oft schon. Bewerber suchen nach dem Betrieb, bevor sie sich melden. Finden sie nur eine Anzeige ohne Gesichter, Lohnangabe oder Einblicke, ist der Schritt zur Bewerbung größer. Eine Karriereseite ist außerdem das Ziel, auf das du aus Anzeigen, Social Media und Empfehlungen verlinken kannst.
Muss in der Stellenanzeige (m/w/d) stehen?
Das Gesetz schreibt keine bestimmte Formulierung vor. § 11 AGG verbietet aber, eine Stelle so auszuschreiben, dass sie wegen eines Merkmals aus § 1 AGG benachteiligt, etwa Geschlecht oder Alter. Üblich sind deshalb der Zusatz (m/w/d) und der Verzicht auf Formulierungen wie „junges Team sucht“. Das ist keine Rechtsberatung.
Lohnt sich Social Recruiting für Handwerksbetriebe?
Oft ja, weil viele wechselwillige Fachkräfte nicht aktiv in Jobbörsen suchen, aber täglich in sozialen Netzwerken unterwegs sind. Bei Meta laufen Stellenanzeigen, die Europa erreichen, in der Sonderkategorie Beschäftigung: Alter und Geschlecht lassen sich nicht auswählen, der Umkreis muss mindestens 15 Kilometer betragen. Die Anzeige sollte auf deine Karriereseite führen, nicht nur auf ein Formular.
Quellen
- KOFA Kompakt 7/2026: Fachkräftesicherung im Handwerk (Institut der deutschen Wirtschaft, Stand Juni 2026)
- Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG), § 11 Ausschreibung (gesetze-im-internet.de)
- Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG), § 1 Ziel des Gesetzes (gesetze-im-internet.de)
- Google Search Central: Strukturierte Daten für Stellenausschreibungen (JobPosting)
- Meta for Developers: Special Ad Categories (Beschäftigung, Einschränkungen für Europa)
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt.
Consulting
Fabian Habich

